club tropicana

by Sophi


In den letzten Jahren scheint der Winter in Deutschland immer dasselbe Motto zu tragen, Fifty Shades of Grey. Bis zum Ende des Jahres lassen wir uns mit der Aussicht auf Weihnachten und Silvester immer noch etwas über die deprimierenden Wetterverhältnisse hinwegtrösten, aber spätestens in der zweiten Januarwoche entwickelt sich unser Gemütszustand von hellgrau über anthrazit, hin zu tiefschwarz. Der irrsinnige Gedanke, sich kurzerhand ein Oneway-Ticket nach Thailand oder in die Karibik zu buchen entwickelt sich zu einem handfesten Plan. Was könnte es jetzt auch Schöneres geben, als an einem weissen Sandstrand unter Palmen zu liegen und Pina Colada zu schlürfen? Meeresrauschen, im Hintergrund läuft leise Buddha Bar vol. 9 und das Thermometer zeigt 30 ° C im Schatten. Ich war schon immer davon überzeugt ein Kaltblüter zu sein. Eine Eidechse auf dem heissen Stein trifft es wohl ziemlich genau. Je wärmer, desto besser. Und wenn man dann doch mal kurz vor dem Hitzschlag steht, springt man einfach ins türkisblaue Wasser oder gönnt sich eine Thaimassage direkt am Strand, mit oder ohne HappyEnd. Die Haare werden von der Sonne gebleicht und bilden einen krassen Kontrast zu der immer dunkler werdenden Haut. Alles strahlt in einem gleißenden Licht und die Welt um einen herum wirkt als hätte man einen Instagram-Filter darauf projiziert. Hier lässt es sich bis Ende April gut aushalten, fernab vom Stress und der Hektik des Alltags. Gleichzeitig entgeht man einer ernstzunehmenden Krankheit, der Wintertime Sadness. Diese äussert sich in Missmut, Gewichtszunahme, extremer Blässe und Antriebslosigkeit. Warum Lana del Rey uns bis heute von der Existenz einer Summertime Sandness überzeugen will, habe ich noch nie verstanden. Vielleicht war die Inception erfolgreich und der Fluchtgedanke wuchert jetzt in euren schweren Köpfen. Also ab zum Flughafen und mit der nächsten Maschine nach Bangkok oder in die Apotheke, um den Vorrat an Vitamincocktails neu aufzufüllen. It´s your choice!

photos by David Spaeth

styling  Florian Winges

hair & make-up  Sarah Rabel

retouching  Manuel Wagner

special thanks to Anna Schroeter, Denalisa Shijaku, Anja Maren & Michael Langen