hometown glory

by Sophi


Das gemachte Nest zu verlassen, gehört wahrscheinlich zu den größten Herausforderungen im Leben eines jungen Menschen. Der eine kann es kaum erwarten, sich in das unbekannte Gewässer einer neuen Stadt zu stürzen, während der andere lieber weiterhin in seinem kleinen Teich verweilt und nur ab und an die Abwechslung in Form von Kurztrips zu fremden Orten sucht. Manche kommen nach Jahren wieder zurück in die Heimat, nachdem sie genug gesehen haben oder bleiben für immer fern, weil ihr Platz jetzt anderswo liegt. Aber egal wohin es einen verschlägt und wie lang man nicht zurück kommt, die erste Liebe, wie Max Herre schon sagte, ist und bleibt für immer. 

Wenn ich bei meiner ersten Liebe zu Besuch bin und der Zug langsam auf den großen Mercedes Stern am Firmament zurollt, überkommt mich jedes mal ein wilder Mix aus Euphorie, Vorfreude und vollkommener Gelassenheit. Sie haben ihr Ziel erreicht. Also raus aus dem Zug, ab nach Hause, Ballast ablegen, ein bisschen Qualitytime mit der Familie und los gehts. Freizeitstress vom Feinsten. Jede Ecke birgt Erinnerungen, zum Teil sind sie schon etwas verblasst und bei manchen wünschte man sich, man könne sie einfach aus dem Gedächtnis streichen. Es kommt einem so vor, als sei die ganze Stadt nur voll von diesen eher seltenen GoodVibes. Klar wer zu Besuch ist, kann sich die Rosinen aus dem Kuchen picken und nur an Orten mit den Menschen verweilen, die einen mit ausgebreiteten Armen und strahlendem Lächeln willkommen heissen. Tagsüber sitzt man zusammen mit den Besten im Lieblings-Café und genießt das süsse Nichtstun. Nach Einbruch der Dunkelheit und einem kurzen Outfitwechsel, stimmt man sich anschließend mit ein paar köstlichen Cocktails in der neuesten und angesagtesten Bar der Stadt zusammen auf den Abend ein. Zeit zum Tanzen, Tanzen, Tanzen. Von Club zu Club hüpfend, werden Umarmungen, Glücksmomente und Kurze aufs Haus gesammelt, bis man letzten Endes in einem herrlich bunten Farbstrudel bis in die frühen Morgenstunden über die Tanzflächen wirbelt und der DJ, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ganz am Ende noch das Lieblingslied für einen spielt. Nach einem komatösen Dornröschenschlaf gibt es dann am nächsten Tag nichts schöneres, als die Tür zu einem vollen Kühlschrank aufzureißen und wie der Gott in Frankreich zu frühstücken. Noch schnell auf einen Kaffee in die Stadt mit den Liebsten, bevor man sich auf den Weg zum Hauptbahnhof macht. Liebestrunken, total übermüdet und glückselig lässt man dann jeden einzelne Moment noch eimal passieren und plant vielleicht schon sein nächstes Date mit der Ersten Liebe seines Lebens.

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photos by Kai Knoerzer