Perché no!

by Sophi


An welchem Ort könnte ein Jemand, der es liebt sich mit schöne Dingen zu umgeben besser den Geburtstag verbringen, als im gar nicht weit entfernten schillernden Mailand. Die Tatsache, dass die Stadt der Mode bis dato ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Weltkarte war und Sommer wie Winter nichts von seinem Glanz einbüßt, veranlasste mich, den Wunsch in die Tat umzusetzen. Natürlich wusste ich meine Vorfreude noch zu steigern, indem ich mir schon Tage zuvor fest vornahm, welche Orte, Cafés und Restaurants ich besuchen wollte. Am Abend des Ankunft war meine Liste entsprechend lang und in meinem Kopf herrschte ein heilloses Durcheinander, genau das Gegenteil dessen was eine solche Liste eigentlich bewirken wollte. Aber wie nicht anders zu erwarten zog mich Italien schon nach kurzer Zeit in eine willkommen Umarmung und sorgte dafür, dass ich mich wieder ganz entspannt der Kunst des „Dolce far niente“ hingeben konnte, ganz ohne Liste und selbst in Mailand. 

Noch am späten Abend, während des ersten Spaziergangs von schicken Stadtviertel Brera in Richtung Duomo ließ sich erkennen, dass ich in einer Stadt gelandet war, die es schafft alte Eleganz, ein starkes modische Bewusstsein und industriellen Reichtum in sich zu vereinen. Abgesehen davon sprechen wir hier von einem kulinarisches Paradies, mit allem was die weltberühmte lombardische Küche zu bieten hat.  

Mein erster Besuch bei „Cioccolat Italiani" bestätigte mir, dass Mailand als Ziel eines Geburtstagswochenendes, im wahrsten Sinne des Wortes genau meinen Geschmack getroffen hatte. Da mich mein letzter Aufenthalt im schöne Italien ein ordentliches Stück weiter südlich abspielte, erstaunte mich vor allem die Ordnung und Sauberkeit in der Stadt. Statt Wäscheleinen ziehen sich hier glitzernde Lichterketten quer über die Gassen. Gehwege und Strassen sind auf Hochglanz poliert, der Verkehr strikt geregelt und jeden Balkon oder Hauseingang scheinen Blumen und andere botanische Kunstwerke zu schmücken. Sollte diese Stadt Laster haben, weiß Mailand sie gekonnt hinter einem makellosen Erscheinungsbild zu verstecken. 

Ich stellte schnell fest, dass eine Naschkatze wie ich hier im Schlaraffenland gelandet war. Eine Pasticceria nach der anderen, mit Fenstern voll Haute Pâtisserie, kleine Kunstwerke aus rosarotem Zuckerguss, die alle flüstern: Iss mich, iss mich! Ach was solls, Geburtstag ist nur einmal im Jahr. Ciao ciao bella figura. Und bezaubernder Weise findet man nicht weit entfernt von den Schaufenstern der Haute Pâtisserie auch solche, die mit Haute Couture gefüllt sind, nicht selten in eben denselben Zuckerfarben. Blumen, Dolci und Mode, all das zusammen auf einem Silbertablett serviert. Herz was willst du mehr?

Man muss jedoch sagen, dass das Klima im Norden nicht nur in Bezug auf das Wetter etwas abkühlt, auch der Umgangston scheint um einiges förmlicher und distanzierter. Hier bleibt es bei einem verschmitzten Lächeln für die „Signorina“ statt eines : „Ey ciao bella, come va?“. Wenn Mailand die Rolle des perfekten Vorzeigeschwiegersohn übernimmt, ist Neapel wohl sein draufgängerischer Bruder, der es letztendlich mit unvergleichlichen Charme und seiner Warmherzigkeit schafft, dir das Herz zu stehlen. 

Meine kleine Liaison mit Milano war zwar wunderschön und zu gegebener Zeit würde sie gerne wiederholen, mein Herz aber schlägt auch weiterhin für eine anderen italienischen Metropole, ein gutes Stück weiter südlich.

  coat Vintage knitwear H&M clutch Gucci sunglasses Emmanuelle Khanh scarf H&M boots Zara

 

coat Vintage

knitwear H&M

clutch Gucci

sunglasses Emmanuelle Khanh

scarf H&M

boots Zara